Wirtschaft im Gespräch

Wirtschaft im Gespräch

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00:00:00: Wirtschaft im Gespräch, ein Podcast der Tiroler Tageszeitung mit Unternehmerinnen und Unternehmern.

00:00:08: Und Frank Dschona

00:00:12: Hallo hier spricht Frank DSchona.

00:00:14: Ich bin bei Joville Winkler in Landeck zu Gast.

00:00:17: Mir gegenüber sitzt Gabriel Winklar bzw.

00:00:20: er steht mir gegenüber.

00:00:21: Wir sind hier im Büro des Joveliers.

00:00:24: Grüß Gott!

00:00:25: Ja schönen Tag.

00:00:26: vielen Dank für Euren Besuch.

00:00:28: Bei der Recherche zu diesem Interview bin ich draufgekommen, Sie sind Graduate Diamond GIA.

00:00:36: Habe ich das richtig ausgesprochen?

00:00:39: Ja, richtig!

00:00:39: Also GIA ist das namhafteste Zertifizierungsinstitut, gemologisches Institut of America und es ist wie gesagt das nahmhafteste.

00:00:50: und dort habe in London zwei Monate lang die Ausbildung gemacht.

00:00:54: zum GIA Graduate Diamond, zum Bewerberter der Könige, der Edelsteine vom Diamant.

00:01:00: So ist es.

00:01:00: Ich habe das gestartet und bin durch zwei Monate gegangen und seitdem darf ich mich so betiteln.

00:01:07: Ein schöner Titel also als Diamanten-Experte.

00:01:11: erzählen Sie mir bitte ganz kurz die Geschichte Ihres Unternehmens.

00:01:16: wie hat sich denn der Betrieb von den Anfängen bis heute entwickelt?

00:01:20: Ja also meine Großeltern haben Mit dem Unternehmen gestartet hat, unweit von hier.

00:01:26: Das sind ca.

00:01:26: hundert-hundert Meter die Meißengasse hoch.

00:01:29: Dort hat mein Opa als Urmachermeister begonnen und mit starken Unterstützung von meiner Oma sind sie den Weg angegangen.

00:01:38: Wann war denn das?

00:01:40: Das war neunzehntundundfünfzig ist es gewesen!

00:01:43: Und Sie haben nachher so unternehmerisch, dass ich auch eine Filiale in Istl auf... gemacht haben und eine Filiale in Safaus, die es nach wie vor gibt.

00:01:52: Und haben nachher an meinen Vater und meine Mutter übergeben, die bis heute noch bei uns im Betrieb sind.

00:01:59: Ich führe das aktuell mit meinen Eltern und meinem Bruder zusammen.

00:02:03: Eben Sie haben gesagt sie führen der Schmuckgeschäft in Landeck und in Safhaus und auch ein Urngeschäft in der Malzastrasse.

00:02:11: Wie unterscheiden sich denn die Kunden und ihre Wünsche an den verschiedenen Standorten?

00:02:17: Meine Eltern haben da schon sehr gut mit sehr guten Weitblick gearbeitet und haben gesehen, dass das Thema Spezialisierung ein sehr wichtiges ist.

00:02:28: Sie haben dann den Schritt gesetzt und haben das zwei geteilt.

00:02:34: Es gibt im Juwelier-Winkler – es ist klassische Juwelierschäft, wo wir hier in der Maisengasse und auch ins RfAus haben.

00:02:41: Wir haben unser Trendgeschäft ein bei Winkler, das wo in der Malserstraße in der Landekeinkraftsstraße ist.

00:02:46: Ja, dort haben wir Trendmarken und bei uns haben wir das klassische Jubilierprogramm.

00:02:51: Wir haben Verlobungsringe, Ehrringe, bekannte Uhrenmarken, namhafte Schweizer Uhrenmarks versuchen hier kundenorientiert zu arbeiten.

00:03:00: Nicht zu vergessen was wir auch haben ist eine hauseigene Werkstattestätte mit drei Goldschmitteln wo wir auch sehr stolz drauf sind.

00:03:07: Wir unterscheiden sich die Kunden zwischen Serfhaus-und Landeck.

00:03:12: Ja, also Savaus ist natürlich ein sehr touristisches Gebiet und das Juweliergeschäft in Savau haben wir auch nur in der Hauptsaison geöffnet.

00:03:22: Das führt eine langjährige Mitarbeiterin von uns die es sehr toll macht und die Zielgruppe in Savaus sind natürlich der Gast.

00:03:31: Woher kommt denn normalerweise der Gast, der bei Juwelir Winkler ins Savhaus einkaufen geht?

00:03:37: Wir sind sehr stolz darauf, dass wir ein sehr internationales Publikum haben.

00:03:41: Aber der größte Anteil ist natürlich aus unserem Nachbarland, aus Deutschland und natürlich auch die Schweiz, die ist sehr viel vertreten!

00:03:49: Die Uhren- und Schmuckbranche lebt ja von der Tradition aber auch von der Innovation.

00:03:54: Wie hat sich denn das Geschäft in den vergangenen zehn Jahren verändert?

00:03:59: Ja richtig, als unsere Produkte sind sie sehr emotional.

00:04:04: Es wird bei uns sehr viel Vertrauen in uns gesetzt und das Geschäft hat sich dahingehend geändert, dass einfach die Nachfrage nach hoher Qualität ist.

00:04:17: Ist sehr groß oder auch Individualität.

00:04:19: also wie schon gesagt mit unserer hauseigen Werkstätte können wir einfach individuelle Lösungen finden.

00:04:25: Also wir können die Kundenwünsche insofern sie technisch umsetzbar sein machen.

00:04:32: Da bleibt also kein Wunsch, unerfüllt sozusagen.

00:04:34: Richtig!

00:04:35: Also ja... Und

00:04:36: welche Trends beobachten Sie denn aktuell bei Uhren und Schmuck?

00:04:40: Worauf liegen der Nikundinnen und Kunden besonderen Wert?

00:04:43: Ja im Schmucksbereich ist es so dass die Technik bei den Schmuggstücken einzugehalten hat.

00:04:50: Es sind Anbänder die wo sich dehnen lassen.

00:04:53: Die wollen einfach zum Anziehen sein, es sind Ringe die sich erweitern lassen, die wollen einfach immer passen.

00:04:58: Der Ringfinger ändert sich ja im Laufe des Tages und das sei so natürlich und es gibt einfach Ringe, die lassen sich anpassen.

00:05:06: also der Technik ist da schon ein großes Thema geworden.

00:05:09: und wie gesagt auch die Individualität.

00:05:12: Sie verkaufen klassische Luxusartikel?

00:05:16: Und die gelten ja oft als krisensicher.

00:05:19: Spüren Sie die derzeitige schwierige wirtschaftliche Lage?

00:05:23: Trotzdem, im Kaufverhalten der Kunden haben sie weniger Kunden.

00:05:29: Ich denke man sieht bei uns im Handel einfach eine Polarisierung.

00:05:33: auf der einen Seite günstige Schmuckstücke also günstigen Produkte sind sehr gefragt und auf der anderen Seite sind auch hochpreisige und exklusive schöne Schmucksstücke gefragt.

00:05:44: Die Schere geht da sehr auseinander.

00:05:47: Sie kaufen noch Altgold an.

00:05:49: Der Goldpreis ist ja aktuell wieder auf einem relativ hohen Niveau.

00:05:55: Spüren sie das beim Altgolt-Ankauf, bringen die Menschen mehr Altgoll zu ihnen um dann von den höheren Preisen zu profitieren?

00:06:05: Ja, also der Goldkurs ist auf einem hohen Niveau und das wird ja auch medial sehr stark kommuniziert.

00:06:12: Und wir bewerben es auch stark und haben da nutzen den Multiplikator aus.

00:06:18: und wir merken auch dass sehr viele Kunden kommen zum sichere Schmuckstücke einfach bewerten lassen oder ansehen lassen wollen.

00:06:24: Das ist jetzt gar nicht fix gesagt, dass die Schmucksstücke immer verkauft werden von den Kunden.

00:06:31: aber sie wollen mal wissen was sie hier haben.

00:06:34: Wir machen ein Angebot und schauen uns das an, kaufen es an.

00:06:37: Wobei das nur ein Teilbereich unseres Betriebs ist.

00:06:40: also wir setzen sehr stark in Fokus auf Verlobungsringe.

00:06:43: Wir werden heuer im Herbst noch einen kleinen Umbau in unserem Geschäft.

00:06:47: Wir haben eine Diamantlabour und das werden wir so ein bisschen Richtung Verlobbungsringwelt umbauen.

00:06:54: Wir hatten unseren eigenen Trauring Lodge.

00:06:57: da haben wir den ganzen Stock dem Thema gewidmet.

00:07:01: sind mehrere Felder wo wir wo wir bespielen und das Altgold-Thema ist nur ein kleiner Teil, um den Kreislauf zu schließen.

00:07:09: Es kommen aber mehr Menschen als früher, um altgolds zu verkaufen?

00:07:14: Liege ich da richtig?

00:07:15: Definitiv!

00:07:18: Ich kann es jetzt nicht in Zahlen nennen wie vielmehr das ist, aber auch durch dieses Thema, dass das medial sehr bespielt ist, kommen viele Leute.

00:07:28: Der Onlinehandel und die digitalen Marktplätze Das ist ja auch ein großes Thema in vielen Branchen und hat viele Branchen verändert.

00:07:38: Welche Rolle spielt denn das Internet heute für einen regionalen Juwelier wie für Sie?

00:07:44: Ja, ich denke dass das Thema Online sehr wichtig ist im Vergleich zu früher wenn ich mit meinen Eltern spreche.

00:07:54: Der Kunde war nicht so gut vor, informiert wie er heutzutage ist.

00:07:57: Und da muss man sich wieder spezialisieren also in dem Bereich wo man bedienen möchte sehr gut informiert sein weil der Kunde auch wesentlich besser informiert ist wie früher.

00:08:10: Wir haben einen tollen Internetauftritt.

00:08:12: Mein Bruder macht den und der ist ja sehr stark dabei.

00:08:18: Es ist unser Ziel dass wir den Kunden schon vorab auf unsere Seite bekommen, das einfach sieht was wir auch in unserem Haus führen.

00:08:27: Was wir für tolle Schmuckstücke haben und was wir für dolle Produkte haben.

00:08:31: Ich denke dass das für jeden Händler ein wichtiges Thema ist nur es schwer zu umsetzen weil es einfach sehr kostenintensiv und personalintensif ist das zu betreuen.

00:08:42: Und die Juwelierbranche ist ja sehr klein strukturiert oder überhaupt der Handel.

00:08:47: Richtig, der Ohrenschmuckhandel ist sehr klein strukturiert.

00:08:51: Es sind sehr viele Einzelunternehmer und beim Kunden vor Ort sein und zudem noch einen Online-Store betreuen.

00:08:59: Es ist schon sehr schwer und darf!

00:09:03: Wir haben jetzt hier schon ein bisschen über die Branche gesprochen aber ich möchte nochmal zurück zu Ihnen, zu Ihrem Geschäft.

00:09:11: welche Eigenschaften braucht denn ein erfolgreiches Familienunternehmen?

00:09:17: Ja, ich glaube es ist ein wichtiges Stuhl von einem guten Zusammenarbeit im Team.

00:09:24: Wo natürlich die Toleranz ein sehr wichtiger Aspekt ist.

00:09:27: Wenn man das so gut handelt dann ist das auch ein sehr gutes Rezept.

00:09:34: Kommen wir jetzt ganz kurz wieder auf die Branche zurück.

00:09:36: Was sind denn die Herausforderungen?

00:09:38: Die Großen für diese Branche?

00:09:40: Ich glaube wie Sie schon angesprochen haben unsere Die Unschmuckbranche ist sehr kleinstrukturiert.

00:09:47: Wir haben sehr viele Ein-Mann-Betriebe und in einer Welt, wo Omni Channel ein sehr großes Thema ist, ist das natürlich herausfordernd alles unter einen Hut zu bekommen für eine Ein-Mannbetrieb.

00:10:01: Es ist völlig unmöglich.

00:10:05: Und da sehe ich schon eine große Herausforderung.

00:10:08: Wenn man vielleicht das Thema KI noch Das, wo im Moment überall in die Medien breitgetreten wird.

00:10:18: Vielleicht unterstützt es den digitalen Bereich für kleiner strukturierte Betriebe zu erleichtern.

00:10:26: aber das ist natürlich eine große Herausforderung für alle.

00:10:30: Und wo sehen Sie die größten Chancen in den kommenden Jahren für Ihre Branche?

00:10:34: Ja also ich glaube der stationäre Einzelhandel blickt in einer eine sehr schöne Zukunft, weil einfach die Leute wieder das Zwischenmenschliche möchten.

00:10:46: Das merken wir auch bei Traurin-Beratungen oder bei Beratungen, wo einfach emotionale Produkte kaufen, dass die das einfach sehr schätzen wenn sie jemanden gegenüber haben mit dem was sich ein bisschen austauschen können und sozial interagieren.

00:11:02: Also Sie glauben, das Zwischenmenschliche wird wieder mehr in den Vordergrund rücken und es wird nicht mehr jeder beim Online-Händler bestellen.

00:11:09: Davon bin ich ganz fest überzeugt!

00:11:12: Wenn Sie jetzt einen Blick in die Zukunft für Ihre eigene Firma werfen – wo sehen sie in zehn Jahren Jovelia Winkler?

00:11:22: Ja also wir wollen natürlich in unserer Region die Nummer eins sein und unserem Kunden es bestmögliche bieten.

00:11:32: Das ist natürlich eine Herausforderung und wir sind da sehr gut aufgestellt.

00:11:35: Und ich glaube, wir machen das ganz gut.

00:11:37: Wenn wir so weitermachen, dann schauen wir mal wo wir in zehn Jahren stehen.

00:11:41: Sie verkaufen ja Schmuckstücke und Uhren die häufig in sehr emotionalen Lebensmomenten gemacht werden sowie bei Hochzeiten oder Verlobungen oder bei runden Geburtstag.

00:11:52: gibt es eine besondere Geschichte aus ihrem Berufsalltag, die ihnen in Erinnerung geblieben ist?

00:11:59: Ja, wenn ich da so nachdenke eine Sache ist mir der Bob da gleich auf.

00:12:06: Das ist eher in einer Trauring-Beratung gehabt und der Hell war ein Ohrringträger und wollte aber keinen Ring haben.

00:12:13: Und dann haben wir passend zum Damenring einen Kriole im gleichen Stil angefertigt als Trauring.

00:12:21: also der Herr tragt den Ring am Ohr.

00:12:24: Es ist nett.

00:12:25: Da wäre ich gerne bei der Hochzeit dabei gewesen.

00:12:29: Ja, genau!

00:12:31: Hat die Dame ihm das dann wirklich am Urfest gemacht?

00:12:34: Genau, das Anstecken hat da ganz andere Bedeutung.

00:12:38: Vielen Dank für das nette Gespräch.

00:12:40: Danke für den Besuch

00:12:42: und ich sage auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.

00:12:58: Das war Wirtschaft im Gespräch ein Podcast der Tiroler Tageszeitungen mit Unternehmerinnen und Unternehmern und Frank Jonah.